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Ayurvedische & Yogische Morgenroutine

  • 28. März
  • 4 Min. Lesezeit



Die Morgenroutine nimmt im Ayurveda und Yoga einen ganz wichtigen Stellenwert ein. Wie wir in den Tag starten wirkt sich massgeblich auf den restlichen Verlauf des Tages aus. Zudem fördert eine regelmässige Morgenroutine auch die Gesundheit. Vielleicht hast du schon deine eigene Morgenroutine und kannst die ayurvedischen/yogischen Techniken mit einfliessen lassen.



Mögliche Bestanteile der Morgenroutine:


  • Mantra Chanting direkt nach dem Aufwachen

  • Ölziehen

  • Zungenschaben

  • Nasenreinigung mit Neti Kännchen

  • Warmes Wasser trinken

  • Selbstmassage mit Öl vor dem Duschen

  • Yoga Körperübungen (Asana), Atemübungen (Pranayama) und/oder Meditation

  • Darm entleeren


Ölziehen

Ölziehen ist eine einfache Methode zur täglichen Entgiftung, die sowohl in der Naturheilkunde als auch in der ayurvedischen Medizin angewendet wird.
In beiden medizinischen Systemen wird angenommen, dass man über die Mundschleimhaut den Organismus entgiften kann. Im Ayurveda zählt  der Mundraum zum Verdauungstrakt, in welchem vor allem über Nacht, wenn wir nicht regelmässig schlucken, trinken oder Speichel produzieren eine Akkumulation von aufsteigenden Giftstoffen aus den unteren Ebenen des Verdauungstraktes erfolgt. Diese sammeln sich als Beläge auf Zunge, Zähnen und Schleimhäuten an und sind unter anderem für Mundgeruch und einen schlechten Geschmack im Mund verantwortlich. Daher sollten neben dem Zähneputzen auch die weiteren Bereiche des Mundraumes täglich gründlich gereinigt werden. Übrigens wird Ölziehen seit einiger Zeit auch von gewissen Zahnärzten und Dentalhygieniker:innen empfohlen.


Wie funktioniert es?

Morgens nach dem Aufwachen auf nüchternen Magen ist die beste Zeit. Idealerweise noch bevor du etwas trinkst, denn sonst würdest du all die angesammelten Stoffe mit deinem morgendlichen Getränk hinunterspülen, statt dich von ihnen zu befreien.
 Nimm 1TL  Öl in den Mund , bewege das Öl nun kräftig hin und her, zieh es durch die Zahnzwischenräume und mach Kaubewegungen. Dadurch werden die Giftstoffe mobilisiert und in der öligen Substanz gebunden.  Mache das ganze Prozedere für mindestens 10 min.  (z.B. während dem Duschen) und spuck anschliessend das Öl in ein Papiertuch.  Schluck es bitte nicht runter, sonst entfernst du die ganzen Toxine und Co. nicht, sondern beförderst sie gleich wieder in deinen Verdauungstrakt, wo sie wieder resorbiert werden. Du wirst sehen, dass sich das Öl sowohl in Farbe als auch Konsistenz stark verändert hat. Dies passiert durch die Bewegung im Mund und durch die nun darin gebundenen Stoffwechselrückstände.
 Entsorge das Öl im normalen Abfall  und spuck es bitte nicht ins Waschbecken. So tust du auch der Umwelt etwas Gutes!
 Spüle deinen Mund mehrmals gründlich mit Wasser aus. Reinige die Zunge nachher mit einem Zungenschaber.


Welches Öl eignet sich?

Es kann eine Vielzahl an unterschiedlichen Ölen verwendet werden, die jeweils verschiedene Vorzüge haben. Grundsätzlich sollte immer auf eine besonders gute Bioqualität Wert gelegt werden. Zusätzlich sollte das Öl unverarbeitet und kalt gepresst sein (z.B. Sesam-, Kokos-, Olivenöl oder spezielles Zahnöl).



Jala Neti – die Nasenreinigung

Jala Neti ist eine traditionelle Nasenspülung welche im Yoga und Ayurveda regelmässig zur Reinigung der Nase durchgeführt wird.  
Im Hatha Yoga wird Jala Neti als eines der sechs Reinigungsübungen angesehen (Shatkarma). Jala Neti entfernt Schleim und Verschmutzungen aus den Nebenhöhlen sanft. Durch die Übung werden Ohren, Augen und Hals gesund gehalten.  Diese Technik kann Heuschnupfen lindern und vorbeugen und Infekten kann so präventiv entgegengewirkt werden.


Achtung! Diese Technik ist nicht geeignet bei chronischem Nasenbluten oder akuter Erkältung, wenn die Nase völlig verstopft ist.


Du brauchst:

Neti Kännchen

sauberes, Körpertemperatur warmes Wasser

Salz


Vermische einen Teelöffel Salz auf 1/2 Liter warmes Wasser (ich verwende in der Schweiz das Wasser direkt ab Leitung; es kann aber auch abgekocht und mit kaltem Wasser verdünnt werden).




1. Das Waschen der Nasenwege:  Fülle das vorbereitete Wasser in das Kännchen und stehe mit beiden Beinen etwas auseinander. Beuge dich nach vorne. Drehe den Kopf auf eine Seite und Atme durch den Mund. Führe das Kännchen ins obere Nasenloch ein. Lasse das Wasser durch die Nase fliessen so das der Strahl aus dem unteren Nasenloch herausläuft. Entferne vorhandenen Schleim durch sanftes Ausschnaufen. Beuge den Kopf auf die andere Seite und wiederhole den Vorgang.



2. Trocknen der Nasenwege:  Stehe aufrecht. Schliesse ein Nasenloch mit einem Finger und  atme durch das andere Nasenloch in schneller Folge ca.10 Mal ein und aus, wobei die Ausatmung kräftig erfolgt. Mache das gleiche anders herum. Beuge dich aus der Taille nach vorne, dass der Oberkörper horizontal ist und wiederhole den gleichen Ablauf.

 

Vorsichtsmassnahmen:  Das Wasser sollte nur durch die Nase fliessen. Falls es in den Mund fliesst, sollte die Kopfhaltung verändert werden. Die Nase nach der Übung gut trocknen, damit die Nasenwege nicht gereizt werden und keine Erkältungssymptome auftreten.



Warmes Wasser trinken

Ayurveda und Yoga empfehlen als Morgenroutine, sowie auch den ganzen Tag über, warmes Wasser zu trinken. Dies kann neutral, mit einem Spritzer Zitronensaft, frischem Ingwer oder mit Heilkräuter eingenommen werden. Aus folgenden Gründen lohnt es sich:

• Hydration – den Flüssigkeitsverlust von der Nacht auszugleichen.

• Verdauungsfeuer – das warme Wasser regt deine Verdauung an.

• Energiequelle – die warme Flüssigkeit regt deinen Stoffwechsel an.

• Kopfschmerzbekämpfer – bei Schlafmangel, zu viel Alkohol oder Koffeinentzug.

• Reinigung – Schwemmt angesammelte Giftstoffe (Ama) aus dem Körper.


Warum wird Wasser im Ayurveda abgekocht?

Das längere Kochen verändert die Molekülstruktur. Die Molekül-Cluster werden durch das Abkochen aufgebrochen, sie werden immer kürzer und das ist notwendig, damit Schadstoffe sich an die Wassermoleküle andocken und ausgeleitet werden können.

Im Ayurveda wird das Wasser mindestens 10 Minuten lang gekocht. Das kann in einem ganz normalen Kochtopf oder Wasserkessel passieren. Wer es ganz genau machen möchte, berücksichtigt beim Abkochen des Wassers auch seinen Konstitutionstyp:

  • Vata-Menschen kochen das Wasser ca. 10 Minuten. Im Topf sollte es etwa ein Viertel weniger geworden sein.

  • Pitta-Menschen kochen das Wasser ca. 15 Minuten. Wenn im Topf abgekocht wird, dann ist die Menge nun etwa ein Drittel weniger.

  • Kapha-Menschen kochen das Wasser ca. 20 Minuten ab, dann ist noch die Hälfte des Wassers übrig.





  


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